„Kathylik“ bedeutet „Verbündeter“ "Katholiken"

„Kathylik“ bedeutet „Verbündeter“ In Rom mit seinen 300 000 Einwohnern hatte es früher keine Kirche gegeben. Dort bestand seit dem 1. Jahrhundert eine Sekte: Ein Dutzend Menschen versammelte sich in einer unterirdischen Höhle, und gerade sie wurden später Christen genannt. Sie befolgten die Regeln der jüdischen Religion: beteten in Synagogen, feierten die biblischen Feste und nahmen die Beschneidung vor. Für die meisten Römer waren die Wörter „Jude“ und „Christ“ gleichbedeutend. Das zeichnete das frühe Christentum aus, das anders als heute war. Die Sektierer nannten sich selbst Atheisten (das war ihr Wort!), erkannten keine Götter an, hatten keine Kirchen, kannten weder Kreuz noch Heiligenbilder. Die Behörden hatten Angst vor diesen Gottlosen und setzten sie Verfolgungen aus. Das Wort Christentum kam Ende des 3. Jahrhunderts bei den Griechen auf. Als Religion wurde es Anfang des 4. Jahrhunderts in Derbent, d. h. im Kaukasus, bekannt. Dann erkannte man den Glauben in Europa und in den Nahostländern an. Aber in Rom gilt von alters her Rom allein als die Wiege des Christentums. Das ist dort die herrschende Ansicht, weil das einmal die katholische Doktrin verkündete. Den Bischof von Rom erklärte sie zum ersten Geistlichen der christlichen Welt, zum Papst. Bemerkenswerterweise erfuhren die Römer das Wort „Papst“ ebenfalls Anfang des 4. Jahrhunderts: Die früheste Inschrift ist an den Wänden der römischen Katakomben des Hl. Calixtus gefunden worden. Aus irgendeinem Grund wird dem Wort griechische Herkunft zugeschrieben, obwohl die Griechen selbst einen solchen Titel nicht kannten. Kennzeichnend für die Urheber der katholischen Doktrin war eine unerklärbare Logik buchstäblich in allem. Nur selten entsprach sie der Wirklichkeit, ja sie widersprach ihr, aber das störte niemanden. Der Grund bestand darin, dass die Römer damals auf Erfolge der Griechen neidisch waren. Denn unter dem Vorwand des Kampfes um das Christentum begann Byzanz die Eroberung des Nahen Ostens, seiner reichen Städte und Länder. Die Römer wollten dem etwas entgegensetzen, darauf wirksam reagieren, aber ihre Armee war nicht stark genug. Deshalb unterzogen sich Politiker der Aufgabe, wozu sie die Kleidung von Bischöfen anlegten. Die Berechnung war einfach: das griechische Christentum anzunehmen, zu Verbündeten von Descht-i-Kiptschak zu werden und mit Hilfe der Kiptschak das eigene Ziel zu erreichen. Deshalb fassten sie das Wort der Turksprache „kathylik“, das sie vom byzantinischen Kaiser Theodosius hörten, ganz anders auf: Das Wort sagte ihnen die Idee eines Bündnisses vor! Beweise sind vorhanden, z. B. wurde im Jahre 382 eine Kiptschak-Horde zur Ansiedlung im Weströmischen Reich eingeladen. Wohlgemerkt: nicht in Byzanz! Alles wurde in Betracht gezogen und einkalkuliert. Alles fügte sich in den Rahmen besagter Politik ein. Der turkische Patriarch Ulfilas billigte die Idee der Römer, weil er darin einen Weg zur Aussöhnung zwischen Kiptschak und Europäern sah. Das war die Anerkennung des Katholizismus durch die Große Steppe. Der erste Schritt gelang. Also ging Europa noch weiter und sprach vom „Arianismus“, von einer neuen Lehre, aus der hervorging, dass die turkische Religion angeblich ein „falscher“ Teil des Christentums sei. Äußerlich änderte diese Behauptung natürlich nichts. In Wirklichkeit veränderte sie vieles: Die Worte erlangten die Stärke eines Schwertes, die Politik (das Wort!) verdrängte die Armee und trat in den Vordergrund. In geheimer Veränderung der Welt liegt das Wesen des Katholizismus. Etwas verändern, aber mit fremden Händen. Töten, aber mit fremden Händen. Nicht ein Glaube, sondern eine neue Politik entstand, die für Jahrhunderte das Wesen der westlichen Kirche ausmachen sollte. Eine solche Politik ist da – und doch gleichsam nicht da, weil sie geheim ist, den Augen und Ohren der Uneingeweihten verborgen bleibt – eine Politik, die das eine sagt und etwas ganz anderes tut. Seitdem geschah alles in Europa gleichsam zufällig. Der Bischof Damasus wurde schon in hohem Alter zum Papst, sein Leben verging in Rom. Seit den ersten Tagen umgaben Kiptschak den Papst, weil er nur ihnen allein wirklich vertraute. Sie brachten ihm die Geheimnisse des Glaubens an den Gott im Himmel bei. Andere Lehrer gab es damals nicht, konnte es nicht geben. Daher rührt der berühmte Ausspruch der Kirche: Aus dem Osten kommt das Licht. Er gehört als fester Bestandteil zu dieser Kirche. Im Gefolge des Papstes waren große Dichter und Gelehrte jener Zeit, später nannte man sie Doktoren und Kirchenväter. Der Papst „sprach ihre Worte nach“. Damals wurden die ersten heiligen Bücher geschrieben, von denen sich die Katholiken bis heute leiten lassen. Die Namen Wassili, Grigori Nasiansin, Hieronymus, Ambrosius sind dem Leser wohl kaum bekannt, ebenso wie der Name des Bischofs Augustin. Von diesen Menschen, hervorragenden Denkern, wurden Legenden erzählt. Doch ihre Schriften existieren nicht mehr, die Katholiken selbst verbrannten sie, als sie die Spuren der Anwesenheit des Turkvolkes in Europa vernichteten. Man denke jedoch darüber nach, wer diese Menschen sein konnten, die dem Westen die Anfänge der turkischen religiösen Kultur und den Glauben an Gott beibrachten. Sie verbanden den Tengri-Kult mit Christus – und darum eben ging es. Wenn das nicht Kiptschak waren – wer sonst? Andere Träger des geheimen Wissens gab es in der Welt tatsächlich nicht. Auf jeden Fall gingen sie aus einem Milieu hervor, das mit der griechischen oder hebräischen Kultur am wenigsten bekannt war. Europa wandte sich dem Osten zu, weil Licht aus dem Osten kommt. Gewiss, ihre eigenhändigen Manuskripte wurden verbrannt, ihre Biografien umgemodelt. Aber das Geschriebene hat sich erhalten! Man findet es auch in Kirchen, die nicht mit Rom oder Byzanz verbunden sind. Das ist das turkische geistige Erbe, an dem Europa in keiner Weise beteiligt ist, es lernte bloß bei den altaischen Lehrern. Die alten christlichen Bücher waren meist in der Turksprache geschrieben, denn in dieser Sprache wurde im 4., 5. und 6. Jahrhundert der Gottesdienst in allen Kirchen abgehalten. Das war Gottes eigene Sprache sowohl in Europa als auch im Nahen Osten. Bekannt sind Texte, die über anderthalbtausend Jahre alt sind. Sie werden wie Heiligtümer aufbewahrt, beispielsweise in Armenien. Nur das Turkvolk besaß damals umfangreiches Wissen vom Gott des Himmels. Und dieses Volk hatte keinen Mangel an Wissenschaftlern, namentlich an Philosophen. Das ist eine Glaubenstradition, die in sehr alte Zeiten, die Epoche des Altai und seiner Klöster, zurückreicht. Schon Herodot betonte die Weisheit und die Erkenntnisse der Skythen (d. h. Angehörigen des Turkvolkes) und staunte über die tiefen Wurzeln ihrer Kultur. Im 1. Jahrhundert demonstrierte Khan Erke (Kanischka) dem Osten diese Kultur so glänzend, dass die Buddhisten auf dem IV. Konzil die Riten und die Philosophie des Tengri-Glaubens annahmen. So entstand ein neuer, der nördliche Zweig des Buddhismus. Noch eine bemerkenswerte und ebenfalls sehr beredte Tatsache. Selbstzufrieden, wie sie waren, lernten die Römer nie Griechisch, weil sie die Griechen verachteten. Die Griechen vergalten es ihnen mit Gleichem. Die Kiptschak dagegen taten sich auch hier hervor: Europa kannte keine besseren Übersetzer als sie. Niemand hätte es in der Kunst des Übersetzens mit Hieronymus aufnehmen können, dabei stammte er von einem turkischen Geschlecht an der Donau, einem jener Geschlechter, die als Erste den Boden des Römischen Imperiums betraten. Er nahm das Christentum an, wurde zum nächsten Berater des Papstes und widmete sich dem Redigieren und der Übersetzung heiliger Bücher aus der Turksprache ins Latein. Wohlgemerkt: aus der Turksprache! Seine lateinische Übersetzung der Bibel („Vulgata“) war jener Keim, dem die gesamte christliche Literatur von Westeuropa entspross. Die Texte der Originale werden bis heute in der Bibliothek des Vatikans aufbewahrt. Sie wurden aus Descht-i-Kiptschak, genauer: vom Don, gebracht. Die Vulgata (lat.: zugänglich, in der Volkssprache abgefasst) war sogar mehr als Übersetzung. Darin wurde dem einfachen Volk, d. h. den Römern, der Sinn der Hl. Schrift in der ihnen verständlichen Sprache erläutert. Anders gesagt, klärte sie sie auf und machte sie zu kultivierten Menschen. Oder folgende Tatsache. Als die Stadt der Wissenschaft und Kunst von ganz Westeuropa galt in jenen Jahren Mailand, in dem Bischof Ambrosius lebte. Zu seinen Predigten strömten ganze Menschenmengen herbei. Große Stadtplätze hörten ihm zu. Dank Ambrosius war Mailand eine Stadt, in der die Turksprache und die Ideen des Turkvolkes hoch in Ehren standen. Dort lebten fast ausschließlich Kiptschak und so gut wie keine Römer. Unter dem Druck dieses „ungestümen Bischofs“ musste der Kaiser im Jahre 381 seine Residenz nach Mailand verlegen und im Weströmischen Reich die heidnische Götzenverehrung verbieten. Anders ausgedrückt: Er trat gegen die Traditionen der römischen Kultur auf! Die lateinischen Kiptschak dienten der katholischen Idee treu. Sie wünschten einen Bund mit Europa als ihrer neuen Heimat und wurden katholisch, um Tengri zu rühmen. Anfang des 5. Jahrhunderts kam es im Weströmischen Reich zu einem weiteren Ereignis, das ebenfalls mit den Kiptschak verbunden war. Sie sprachen Rom die Rechte der Hauptstadt ab und erklärten 402 Ravenna zur Reichshauptstadt. Ravenna unterschied sich insofern günstig von Rom, als es von allen Seiten von Sümpfen umgeben und Feinden unzugänglich war. Der einzige Zugang war die Meeresküste. Die neue Hauptstadt wurde in den Traditionen der turkischen Architektur gebaut, weil in ihr nicht Römer, sondern nur Kiptschak lebten. Eine Sehenswürdigkeit der Stadt waren Basiliken und mit hellblauen Mosaiken verzierte orientalische Mausoleen, besonders aber das berühmte Baptisterium, in dem Christen getauft wurden. Oktagone und Kuppeln – Zeichen der turkischen Architektur – waren hier überall anzutreffen. Diese Novitäten waren ebenfalls ein unbestreitbares Ergebnis der Großen Wanderung, mit ihnen begann eine neue Architektur, die Gotik. Nach der Einwanderung der Kiptschak wurden die europäischen Städte ganz anders gebaut und geschmückt.

18.10.13 09:42

Letzte Einträge: Europa und das Turkvolk, Die angelsächsischen Feldzüge , Die englischen Kiptschak

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